Westworld Staffel 1 Kritik

Als ich ein Kind war, sah ich den Film „Westworld“ mit dem unvergleichbarem Yul Brynner. Den Genre Mix von Western und Sciene-Fiction fand ich sehr gelungen. Mit einem Wort: Ich war von dem Film begeistert.

Jetzt fand ich durch Zufall die Serie „Westworld“ und dachte mir, vielleicht ist sie so gut wie der Film.

Wie konnte ich auch ahnen, dass die Serie den Film in jeder Hinsicht übertrifft.

In meiner Kritik von „Westworld“ Staffel 1 möchte ich euch das Meisterwerk ein wenig näherbringen.

Inhalt:

Westworld ist eine, einem Vergnügungspark ähnlich, angelegte Anlage mit gigantischem Ausmaß. Angelehnt an die Wild-West Zeit, bevölkern die sogenannten „Hosts“, menschenähnliche Roboter, diese Welt.

Ihre Aufgabe ist einzig und allein die Bedürfnisse der Gäste zu befriedigen. Diese dürfen mit den Androiden alles machen, worauf sie Lust haben. Den Hosts wird am Ende des Tages ihr Speicher resettet und am nächsten Morgen beginnt für sie ein normaler Tag.

Viele Gästen, den sogenannten „Neuankömmlingen“ haben nichts anderes im Sinn, als alles abzuknallen und zu ficken, was ihnen vor die Nase kommt.

Die Hosts können den Gästen natürlich nichts antun und etwaige Abweichungen von ihrem Alltag, etwa ein Foto der Gäste, können sie nicht einordnen und wird einfach nicht wahrgenommen.

Im Kontrollzentrum der Anlage plant der Gründer des Parks, Robert Ford, eine noch nie dagewesene Geschichte. Darüber ist der Chef Story Erzähler Sizemore naturgemäß nicht sehr erfreut.

Und auch zwischen den Abteilungen „Qualitätssicherung“ und „Verhalten“ kommt es zu großen Spannungen. Das letzte Update der Androiden sorgt für immer mehr Fehlfunktionen der Hosts. Sie können sich teilweise an ihre Vergangenheit erinnern, obwohl sie jeden Tag resettet werden.

Da wäre zum Beispiel die schöne Farmerstochter Dolores, welche eigentlich ein behütetes Leben führt. Dass sie schon mehrere gewaltsame Tode gestorben ist, weiß sie natürlich nicht. Das ändert sich nach dem letzten Update.

Der Neuankömmling William macht mit seinem zukünftigen Schwager Logan seinen ersten Besuch in Westworld. Anfangs ist er überhaupt nicht begeistert von der Gewalt und dem permanten Sexeskapaden seines Freundes Logan. Doch dann trifft er Dolores.

Und da wäre noch der geheimnisvolle unbekannte Mann in schwarz. Es scheint, als tötet er wahllos die Hosts, aber seine Absichten sind viel ernster.

Kritik von Westworld Staffel 1.

Westworld Staffel 1 Kritik
Copyright: HBO

Eines muss ich gleich mal vorwegschicken: Diese Serie kann man sich nicht so nebenbei ansehen. Sie erfordert die ganze Aufmerksamkeit des Zusehers. Ich habe in verschiedenen Foren gelesen, dass die Serie teilweise unlogisch ist. Nun, das kann ich ganz und gar nicht nachvollziehen. Mir wären jetzt keine Logiklöcher aufgefallen. Im Gegenteil, die einzelnen Handlungsstränge fügen sich am Ende zu einem Großen zusammen. Aber man sollte halt aufpassen, was auf dem Bildschirm passiert.

Während der Film von 1973 sich nur mit den revoltierenden Robotern befasste, geht die Serie „Westworld“ deutlich weiter.

Ich würde sogar so weit gehen und behaupte mal, dass die Serie das „Philosophieren über das Leben“ neu definiert.

Was, wenn die Hosts ein Bewusstsein erlangen können? Wären da die Handlungen der Gäste nicht einfach nur barbarisch? Und hätten die Androiden das Recht auf Rache?

Und was sagt das über die Menschheit aus? Sind wir von den niedrigsten Trieben wie Gewalt und Sex getrieben?

„Westworld“ regt an, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Die Serie macht dies aber nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern begegnet dem Zuseher auf Augenhöhe.

Trotz der beeindruckenden Story und der Intelligenz der Geschichte, kommt die Action aber nicht zu kurz.

Wie es sich für den Wilden Westen gehört, wird oft geballert, gemordet und geraubt. Auch der Sezessionskrieg findet bei „Westworld“ seinen Platz.

Und die Gewaltdarstellung ist nicht von schlechten Eltern. Die Serie muss sich in diesem Punkt nicht hinter „Game of Thrones“ verstecken. Aber diese explizierte Darstellung ist nicht Selbstzweck. Sie passt einfach zu „Westworld“.

Der Cast von Westworld

Westworld Staffel 1 Kritik
Copyright: HBO

Ein großes Kompliment an die Produzenten der Serie.

Zwei Kapazunder wie „Anthony Hopkins“ und „Ed Harris“ zu ergattern, gebührt Anerkennung.

Speziell Harris überzeugt als der „unbekannte Mann in Schwarz“ auf ganzer Linie. Wie er die Rolle des scheinbar gewissenlosen Killers spielt, ist ganz großes Kino.

Aber auch Hopkins erlebt mit „Westworld“ seinen dritten Frühling. Seine Darstellung des Parkgründers „Robert Ford“ ist einfach nur genial.

Aber auch mir bis dato unbekannte Darsteller spielen ihre Rollen perfekt.

Hier sticht vor allem Evan Rachel Wood als „Dolores“ hervor. Man hat das Gefühl, sie wurde nur für diese Rolle geboren. Für mich spielt sie „Dolores“ nicht nur, nein sie ist „Dolores“.

Erwähnenswert ist auch die Tatsache, dass der große Bruder von Chris Hemsworth mitspielt. Luke Hemsworth spielt zwar nur eine Nebenrolle, dies macht er aber sehr gut.

Der Soundtrack von Westworld

Gefällt euch die Musik von „Game of Thrones“?

Dann werdet ihr den Soundtrack von „Westworld“ lieben.

Verantwortlich für beide Meisterwerke ist Ramin Djawadi.

Schon alleine da Main Theme ist ein Ohrwurm und passt perfekt zu der Serie.

Aber was er aus Klassikern wie „Paint it Black“ oder „The House of the Rising Sun“ gemacht hat, ist einfach nur genial.

Fazit:

Meine „Westworld“ Staffel 1 Kritik fällt sehr positiv aus.

Ich könnte noch so viel mehr über die faszinierende Story und die genialen Darsteller schreiben. Aber dann laufe ich Gefahr zu spoilern. Und ich möchte euch auf keinen Fall den Genuss dieses Meisterwerkes vermiesen.

Lasst euch auf eine philosophische Reise durch den Wilden Westen ein. Gepaart mit Sciene-Fiction wird daraus ein Cocktail, welchen man einfach nur genießt.

Nach „Game of Thrones“ schaffte es keine Serie mich dermaßen zu begeistern.

Solltet ihr „Westworld“ schon gesehen haben, schreibt mir doch eure Meinung in die Kommentare.